CHI Donaueschingen – Drei Tage Spring- und Dressursport pur

Donaueschingen– Nur wenige Tage nach Beendigung der Olympischen Spiele in Tokio wird der CHI Donaueschingen, das 65. Int. S.D. Fürst Joachim zu Fürstenberg Gedächtnisturnier, zum internationalen Treffpunkt für Spring- und Dressursport. Gäste aus mehr als 20 Nationen sind dabei, denn die Blickrichtung der Athletinnen und Athleten geht schon in Richtung Europameisterschaften. Und die finden in Deutschland im September statt. Die aktuellste Nachricht kam aus der Schweiz –  Steve Guerdat, Nummer 3 der Springreiter-Weltrangliste, ist vom 13. – 15. August beim CHI Donaueschingen mit von der Partie. Insgesamt dürfen sich Pferdesportfans in Baden-Württemberg auf ein hervorragendes Sportwochenende freuen.

Dem Jetlag nach der Rückkehr aus Tokio müssen einige ein “Schnippchen” schlagen. Vielseitigkeits-Ass Michael Jung aus Horb a.N. hatte dafür schon wenige Tage Zeit. Nun ist der 39-jährige wieder als Springreiter gefordert und wie gut er das kann, stellte Jung schon häufig unter Beweis. Gerade erst zurück sein wird neben Steve Guerdat auch sein Schweizer Equipe-Kollege Bryan Balsiger, der in Tokio seine Championats-Premiere erlebte. 

Vielfalt und Qualität

Die Tokio-Heimkehrer treffen im großen Stadion des fürstlich-fürstenbergischen Schlossparks  auf vielfältige und gute Konkurrenz. Im mit 101.900 Euro dotierten CSI3* sind etliche international erfolgreiche Reiterinnen und Reiter dabei, darunter der Sieger des Großen Preises 2019, Lucas Porter aus den USA und sein zweitplatzierter Bruder Wilton, die mit Trainer und Mitbewerber Jeroen Dubbeldam aus den Niederlanden und seiner Lebensgefährtin Annelies Vorsselmans aus Belgien erneut an den Start gehen. Neben den Porter-Brüdern ist auch US-Amazone Paris Sellon in Donaueschingen dabei. Johannes Ehning (Stadthagen) konnte den Großen Preis in Donaueschingen bereits für sich entscheiden, ebenso Hans-Dieter Dreher (Eimeldingen).

Zu den großen Vorzügen des CHI zählt der große, hervorragende Grasplatz. Dieser Platz wird von den Aktiven stets gelobt und bietet eine der durchaus raren Möglichkeiten vor der EM auf Gras zu reiten, denn auch in Riesenbeck wird die EM auf einem Grasplatz ausgetragen und nicht auf Sand. Zusätzlich geht es zudem um die formale Qualifikation für die EM bei einem CSI3*.

Pi & Pa im Dressurstadion

Zwei klassische Championatsprüfungen ragen in dem mit insgesamt 18.550 Euro dotierten Dressurprogramm des CDI3*/ CDN heraus: der Grand Prix Dressage und der Grand Prix Special. Das Dressurstadion an der Brigach wird zum Laufsteg für EM-Bewerber und -Bewerberinnen. Timing ist ein wichtiges Stichwort mit Blick auf Championate, also die Leistungsabfrage zum richtigen Zeitpunkt – nicht zu früh und nicht zu kurz vorher. Die Britin Laura Tomlinson und ihre Kollegin und Mitarbeiterin Lara Butler nutzen diese Chance in Donaueschingen. Tomlinson, Mannschafts-Olympiasiegerin 2012, steht bei den Briten stets auf der Longlist. Aus Baden-Württemberg ist Jasmin Schaudt (Albstadt) dabei, aus Vechta der Neuzugang für die deutsche Dressurszene, Sandra Nuxoll, Kathrin Burger aus Karlsruhe und aus Bayern Lisa Müller. Von dort kommt auch einer der besten Ausbilder Deutschlands, Matthias Bouten, nach Donaueschingen. 

Umfangreiches Sportangebot

Sportlich bietet der CHI Donaueschingen ein breit gefächertes Programm mit internationalen Springprüfungen im CSI3*, einer Youngster-Tour für sieben und acht Jahre alte Pferde und dem CSI für internationale Amateure. Allein acht Prüfungen umfasst das CSI3*, in fünf Prüfungen gehen die Nachwuchspferde an den Start. “Üppig” so läßt sich auch das Dressurangebot klassifizieren, denn neben den beiden großen CDI-Prüfungen gibt es eine umfassende Offerte für die Generationen U25 und U21 mit schweren Prüfungen. Bedingt durch die Corona-Zwangspause geht es für den Nachwuchs u.a. auch darum, wieder an Turnierrotine zurück zu gewinnen und sich im internationalen Umfeld zu präsentieren.

“Kraftakt” Turnier

Möglich gemacht wird der CHI Donaueschingen durch die gemeinsamen Anstrengungen der ESCON Marketing GmbH, des ideellen Partners RFV Schwenningen e.V. in Zusammenarbeit mit den Behörden in Donaueschingen und Villingen-Schwenningen. Noch immer begrenzt die Corona-Pandemie Zugänge und Organisationsmöglichkeiten für Sportveranstaltungen. Das macht eine intensive Zusammenarbeit mit den beteiligten Behörden erforderlich. Turnierleiter Dr. Kaspar Funke ist dankbar für die gute Kommunikation. Generell liegt der Fokus darauf, vielen Besucherinnen und Besuchern den Zugang zum CHI zu ermöglichen, ohne die Sicherheit zu vernachlässigen. Für den CHI Donaueschingen mit allen Beteiligten gilt also die Drei-G-Regel – Geimpft, Genesen, Getestet. Der Mehraufwand durch tagesaktuelle Testmöglichkeiten vor Ort sorgt dabei für zusätzlichen Aufwand. Besucher und Besucherinnen haben auch die Möglichkeit, ein tagesaktuelles Testzertifikat eines Offiziellen Testzentrums vorzulegen.

Gleichwohl sind die Veranstalter froh, den CHI Donaueschingen überhaupt realisieren zu können. Mitgetragen wird das ambitionierte “Comeback” von etlichen, langjährigen Sponsoren und Partnern aus der Region. Ohne diese Unterstützung ist ein internationales Turnier dieser Größenordnung nicht realisierbar, andererseits aber auch begehrte und notwendige Plattform für den Sport und wieder ein Fixpunkt im internationalen Turnierkalender. 

Wieder internationaler Springsport dabei beim CHI Donaueschingen. Hier Laura Hetzel mit Quanita. Aus rund 20 Nationen kommen die Sportgäste. (Foto: Archiv/ Stefan Lafrentz)
Stefan Lafrentz Wieder internationaler Springsport dabei beim CHI Donaueschingen. Hier Laura Hetzel mit Quanita. Aus rund 20 Nationen kommen die Sportgäste. (Foto: Archiv/ Stefan Lafrentz)